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Übersinnliches
26.01.2010 - 19:14

"Wie seltsam erscheint es, dass das Zeitalter der Erleuchtung, das Zeitalter der Dampfkraft und Elektrizität, so viele spirituelle Energien freisetzen kann!“
(Edward Kingsley, Vorsitzender der lokalen Illuminaten-Vereinigung von Innsmouth)



Das Übersinnliche nimmt Überhand

Heute, im ausgehenden 19. Jahrhundert sind zwei interessante Entwicklungen zu beobachten.

Einerseits blühen Wissenschaftsgläubigkeit und Skeptizismus auf. Atheismus ist die Religion vieler Wissenschaftler geworden, und auch in den bürgerlichen Kreisen erfährt die Frömmigkeit eine gewisse Aufweichung. Enthusiastische Forscher verkünden, man stünde kurz davor, die letzten Wahrheiten zu begreifen und das Universum zu verstehen.

Andererseits aber wächst das Bedürfnis nach einer neuen Spiritualität, die jene Lücke füllen kann, welche die Religion hinterlassen hat.

Séancen sind bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise beliebte Veranstaltungen. Der Kaiser selbst hat eine persönliche Wahrsagerin. Geheimgesellschaften mit mehr oder minder unschuldigen okkulten Interessen sprießen aus dem Boden wie die Pilze, und man bildet sich etwas darauf ein, eine „spirituelle Ader“ zu besitzen.

Kartenleger, Wahrträumer und Scharlatane profitieren von diesem Interesse, und selbst die skeptischen Männer und Frauen der Wissenschaft beschäftigen sich mit okkultem Galvanismus, Poltergeistphänomenen und astraler Photographie.

Interessant ist ganz besonders, was beinahe allen Praktiken okkulter Künste und Wissenschaften gemein ist:

Die Apparate zur Photographie von Geistern filtern das Licht durch einen geschliffenen Ætherkristall. Alchemisten würzen ihre Tinkturen mit Æthersteinpulver. Medien kanalisieren die Geister der Toten mit einem Æthersteinsplitter unter der Zunge. Und galvanische Belebungen gelingen am besten mit reiner Ætherenergie.

Welche geheimnisvolle Eigenschaft des Æthers als Katalysator des Mystischen dient, ist noch ein Geheimnis. Aber Sie können sich sicher sein, dass fieberhaft geforscht wird!

(Auszug aus einem Aufsatz aus der Zeitschrift "Spiegel der modernen Zeit", Ausgabe XII, 1888)






Prof. Moebius


gedruckt am 16.12.2017 - 21:42
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